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Isabels Geschichte:

Wenn die richtige Betreuung den Unterschied macht

Eine schwierige Entscheidung

Als ich im Mai letzten Jahres mit meiner Mutter im Flugzeug von Wien nach Thailand saß, wusste ich nicht, ob ich das Richtige tat.

Meine Mutter war zuvor als depressiv und dement eingestuft worden. Sie konnte kaum noch laufen, sprach nur noch wenig und wirkte oft verwirrt. Über mehr als zwei Jahre hinweg hatten wir zahlreiche Ärzte aufgesucht und immer wieder auf Hilfe gehofft. Doch statt einer wirklichen Verbesserung bekam sie immer mehr Medikamente verschrieben. Die Menge an Psychopharmaka nahm stetig zu, während sich ihr Zustand zunehmend verschlechterte.

Trotz aller Zweifel spürte ich tief in mir, dass ich diesen Weg mit ihr gehen musste. Ich wollte meiner Mutter noch einmal eine Chance geben – auf Würde, auf Fürsorge und vielleicht auch auf ein Stück Lebensfreude.

Die Suche nach dem richtigen Ort

Als wir in Thailand ankamen, besichtigten wir zunächst ein Haus mit etwa zwanzig Bewohnern. Doch schon beim Betreten wurde mir schwer ums Herz. Das Gebäude war dunkel, eng und wirkte bedrückend. Für meine Mutter kam dieser Ort nicht infrage.

Also machten wir uns weiter auf den Weg.

Schon während der Fahrt in Richtung Vivobene spürte ich eine leise, aber klare Hoffnung in mir aufsteigen – als würde mir etwas sagen, dass wir auf dem richtigen Weg waren.

Die ersten Eindrücke von Vivobene

Als wir in die Einfahrt einbogen, sahen wir zuerst das freundliche Empfangshaus. Davor standen große Amphoren, aus denen das Wasser in sanften Bögen wie aus einem Springbrunnen floss und leise in ein Becken zurückplätscherte. Rundherum hingen große Bilder der Schweizer Berge.

In diesem Moment wurden wir beide tief im Herzen berührt.

Meine Mutter ist in der Schweiz aufgewachsen, und ich selbst lebe heute in der Schweiz. Die vertraute Umgebung und die ruhige Atmosphäre gaben uns sofort ein Gefühl von Nähe und Geborgenheit.

Wir waren kaum fünf Minuten dort, da hatte meine Mutter ihre Entscheidung bereits getroffen.

Der warme Empfang auf Schweizerdeutsch, die vertrauten Bilder aus der Heimat und die liebevolle Atmosphäre eroberten unsere Herzen sofort. Wir wurden freundlich auf die Terrasse begleitet – und kurz darauf standen tatsächlich Schweizer Rösti und Zürcher Geschnetzeltes vor uns auf dem Tisch.

In diesem Moment wussten wir beide: Hier ist der richtige Ort.

Schon am nächsten Tag zog meine Mutter im Vivobene ein.

Ein Wendepunkt in der Betreuung

Alle meine Zweifel lösten sich rasch auf, als ich sah, wie liebevoll die Menschen dort miteinander umgehen und wie respektvoll und herzlich die Bewohner betreut werden. Leider konnte ich selbst nur vier Tage bleiben, bevor ich wieder nach Europa zurückreisen musste.

In dieser kurzen Zeit fand jedoch ein sehr wichtiges Gespräch statt.

Das medizinische Team erklärte mir offen, dass meine Mutter höchstwahrscheinlich übermedikamentiert gewesen war. Ihre Medikamente wurden sorgfältig überprüft und deutlich reduziert. Gleichzeitig wurde umgehend Kontakt mit einem Arzt im Bangkok Hospital aufgenommen, um die weitere medizinische Betreuung sicherzustellen.

Dieses Gespräch beruhigte mich sehr. Es gab mir die Sicherheit, meine Mutter dort in guten Händen zu wissen – auch wenn es mir als Tochter schwer fiel, so schnell wieder zu gehen.

Eine unerwartete Veränderung

Was dann geschah, hätten wir beide kaum für möglich gehalten.

Innerhalb von nur drei Monaten setzte eine Veränderung ein, die sich fast wie ein kleines Wunder anfühlte. Meine Mutter wurde wieder geistig klarer. Sie begann wieder zu sprechen, konnte wieder gehen und gewann Schritt für Schritt ihre Selbstständigkeit im Alltag zurück.

Die liebevolle Betreuung, die aufmerksame Präsenz der Menschen um sie herum und eine sorgfältig abgestimmte medizinische Behandlung – unter anderem durch einen sehr kompetenten Neurologen im Bangkok Hospital – halfen ihr, zu neuer Kraft und Lebensfreude zurückzufinden. Die Depression wurde mit einer minimalen und gezielten Medikation behandelt.

Ein Jahr später

Heute, ein Jahr später, geht es meiner Mutter so gut, dass sie theoretisch wieder alleine wohnen könnte.

Doch inzwischen hat sie im Vivobene viele Freundschaften geschlossen und liebevolle Beziehungen aufgebaut. Deshalb hat sie sich entschieden, dort zu bleiben und nicht mehr nach Wien zurückzukehren.

Rückblickend wurde mir auch eine wichtige Erkenntnis klar:

Meine Mutter war nie dement.

Ein neuer Weg

Diese Erfahrung hat mein Leben tief verändert. Sie hat mir gezeigt, wie entscheidend die richtige Umgebung, menschliche Wärme und eine achtsame medizinische Betreuung für ältere Menschen sind.

Daraus entstand der Wunsch, auch anderen Menschen diesen Weg zu ermöglichen.

Heute begleite ich Menschen und ihre Angehörigen, die einen ähnlichen Schritt wagen möchten. Ich unterstütze bei der Organisation der Reise, bei medizinischen Abklärungen sowie bei der persönlichen Begleitung während des gesamten Prozesses. Auf Wunsch bleibe ich auch einige Tage vor Ort, damit sich neue Bewohnerinnen und Bewohner in Ruhe und Geborgenheit einleben können.

Mein Herzensanliegen ist es, Menschen Hoffnung zu schenken – und ihnen zu zeigen, dass es manchmal möglich ist, noch einmal ein ganz neues Kapitel im Leben zu beginnen.

Wenn Sie mehr über Vivobene erfahren oder mit unserem Team sprechen möchten, können Sie uns gerne kontaktieren.

Author
Isabel Elyonor Hensler
Married | 4 Adult children | Swiss woman
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